In der Mittelbayerischen Zeitung

Wirtschaft

Neun Frauen, wenig Platz, aber jede Menge Kunst

Vom Porzellan bis zur selbst entworfenen Kinderkleidung reicht das Spektrum der Galerie „arts & crafts“. Sie wird aber nur gut drei Monate bestehen.
Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

Bevor die Kunst einziehen kann, ist Handwerk Trumpf: Ursula von Kirchbach, Isabella Möck, Kirsten Wesemann, Renate Wegmann und Claudia Flügel-Eber (von links) von „Arts & crafts“ Foto: Hueber-Lutz

Regensburg.16 Quadratmeter – neun Frauen – drei Monate: Das sind die Eckdaten der Ladengalerie „arts & crafts“, die am Samstag in Stadtamhof 24 eröffnen, beziehungsweise aufpoppen wird. Denn bei dem kleinen Galeriegeschäft handelt es sich um einen Pop-up-Store, ein Geschäft, das vorübergehend auftaucht. In diesem Fall gute drei Monate lang.

Wie der Name „arts & crafts“ schon sagt, wird sich hier alles um Kunst und Kunsthandwerk drehen. Neun Frauen nutzen den Laden, um sich und ihre Arbeiten zu präsentieren. Die Porzellankünstlerin Renate Wegmann ist die Konstante, denn sie möchte das Geschäft nach den drei Monaten alleine weiterführen.

Alle neun Frauen haben sich mehr oder weniger der Kunst oder dem Kunsthandwerk verschrieben. Ihr Können soll nicht im stillen Kämmerlein blühen, sie wollen es zeigen. Für die meisten von ihnen ist ihre Kunst eine sinnerfüllte Beschäftigung neben dem Beruf. Andere leben davon oder versuchen es. Kennengelernt haben sie sich im Kreativforum des Degginger. Ein offenes Forum. Sie sei dort einfach mal aufgetaucht und habe geschaut, ob sie vielleicht dazu gehört, erzählt Isabella Möck lächelnd. Die Frau in der bunten, selbstgemachten Kleidung fertigt Wandfliesen. Ursula von Kirchbach hat sich dem kunstvollen Falten von Papier verschrieben, Claudia Flügel-Eber ist Perlenstrickerin, Kirsten Wesemann die Bildhauerin, die Kinderkleidung näht.

Gerade gehört die ganze Aufmerksamkeit der Damen aber nicht der Kunst, sondern dem Handwerk, denn der Laden muss hergerichtet werden. Leiter, Meterstab, Wasserwaage und Wandfarbe spielen deshalb im Moment eine wichtigere Rolle als die verschiedenen Kunstprodukte. Auch ihrer Kolleginnen Ulrike Buck, die ebenfalls viel mit Papier macht, Regina Chaibi mit Mode, Deko, Postkarten und Fotos, die Malerin Brigitte Eberfeld und Renate Schönfeld und ihre Filztaschen halten hier Einzug. Sie alle wollen zeigen, dass man gemeinsam viel erreichen kann. Und die Regensburger sollen sehen, welche Vielfalt es in der Stadt gibt. Kann das gut gehen, neun Künstlernaturen in einem Raum? Claudia Flügel-Eber lacht auf: „Wir ticken vielleicht anders, aber wir sind keine Zicken!“, versichert sie und die anderen Damen nicken.

Deshalb sind sie sich auch sehr einig darüber, dass der Laden nicht vollgestopft werden soll. Er ist mit seinen 16 Quadratmetern nicht gerade üppig. Nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ wollen die Frauen hier ausgewählte, kleinere Arbeiten zur Geltung kommen lassen.

Zur Eröffnung ihres Schmuckstücks haben sie sich den 23. September ausgesucht, die Nacht der offenen Tür in vielen Regensburger Galerien. Denn auch sie verstehen ihren Laden als Galerie, der im Zusammenspiel der verschiedenen Stücke einen aussagekräftigen Blick auf die jeweiligen Individuen zulässt.